Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung

24.09.2020 - 24.11.2020

Die Ausstellung "Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung" ist das Ergebnis einer mehrjährigen Zusammenarbeit von Historikern aus Belarus, Deutschland, Österreich und Tschechien und wurde zuerst 2016 in Hamburg gezeigt. Sie würdigt die Opfer aller Herkunftsländer und bestrebt, Malyj Trostenez als Tat- und Erinnerungsort in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern. Vom 24. September bis zum 24. November 2020 ist sie im Staatsarchiv Ludwigsburg zu sehen.

Malyj Trostenez war der größte Vernichtungsort in Belarus während der deutschen Besatzungszeit von 1941 bis 1944. Zwischen 50.000 und 206.500 Menschen wurden dort getötet und verscharrt, später exhumiert und verbrannt. 1941/1942 wurden mehr als 22.000 deutsche Bürger mit jüdischen Wurzeln nach Minsk und Trostenez deportiert, auch aus Württemberg. Sie hatten die Illusion, dass die nationalsozialistische Führung ihnen dort die Möglichkeit geben würde, eine neue Existenz aufzubauen. In Minsk angekommen wurde die Mehrzahl der Deportierten sofort ermordet.

Träger der Ausstellung sind das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund und Minsk sowie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Sie wird gefördert durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und das Auswärtige Amt.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mo–Do 9–16.30 Uhr, Fr 9–15.30 Uhr, Sa, So u. Feiertag geschlossen

Der Eintritt ist frei. Der Besuch ist nur unter Berücksichtigung der gängigen Hygienevorschriften möglich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Zentrale Stelle finden folgende Veranstaltungen statt:
Vortrag von Dr. Babette Quinkert: NS-Massenverbrechen in Belarus
Filmvorführung: Komm und sieh (Spielfilm, UdSSR 1985)
Vortrag von Elfriede Samo: Kriegsverbrecher aus Württemberg in Belarus


Tags:

Ausstellung, Staatsarchiv Ludwigsburg, Berichte/Meldung/Information, Presse und Medien, Schule und Bildung, Wissenschaft und Forschung, 20. Jahrhundert, Bildungsarbeit