Rassismus trotz "Auschwitz"? Zu den Kontinuitäten im Umgang mit Sinti und Roma in der deutschen Geschichte

Termin

12.04.2022 19:00 Uhr - 12.04.2022 21:00 Uhr

Inhalt

War "Antiziganismus" noch vor 20 Jahren ein Fachterminus, dessen Bekanntheit kaum über die engen Grenzen hochspezialisierter Forschungsdiskussionen und die Kreise politischer Aktivistinnen und Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung hinausreichte, so nimmt seine Verwendung bis heute stetig zu. Als eine spezifische, noch immer in hohem Maße gesellschaftsfähige Variante des Rassismus, die sich in erster Linie gegen die Angehörigen der Sinti und Roma-Minderheit richtet, benennt der Begriff die systematischen, in den vielfältigsten Formen erscheinenden Diskriminierungen und Benachteiligungen der als "Zigeuner" stigmatisierten Minderheit durch die Mehrheitsgesellschaft. Antiziganismus weist eine lange Geschichte und eine tiefe Verankerung im kollektiven kulturellen Gedächtnis der europäischen Nationen auf. Die sozialen und historischen Hintergründe, die den "Zigeuner"-Diskurs hervorbrachten und aufrechterhielten, sollen ebenso beleuchtet werden wie die Geschichte des Umgangs mit Sinti und Roma in Deutschland. Auf die neueren Entwicklungen, nach dem tiefen Einschnitt des nationalsozialistischen Völkermordes, soll dabei genauer eingegangen werden.

Joey Rauschenberger ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Kontinuitäten des Antiziganismus in Baden-Württemberg nach 1945" an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg.

Es ist vorgesehen, dass die Veranstaltung hybrid stattfindet, d.h. Sie können online oder in Präsenz teilnehmen. Wenn Sie online teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte an. Die Anmeldung erfolgt über das Programm der VHS Ludwigsburg.

Abendkasse: 8,00 €

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Zentrale Stelle und Stolpersteine Ludwigsburg

Schlagworte