10.12.2025 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Vortrag von Dr. Thomas Breuer
In den 1930er-Jahren nutzte das NS-Regime sogenannte „Sittlichkeitsprozesse“, um katholische Geistliche öffentlich zu diskreditieren und die Autorität der Kirche zu untergraben. Dabei ging man nicht nur durchaus berechtigten Vorwürfen wegen Kindesmissbrauch nach, sondern griff im besonderen auf den verschärften § 175 StGB zurück, der homosexuelle Handlungen kriminalisierte. So verband sich politische Verfolgung mit moralischer Stigmatisierung: Den Angeklagten drohten nicht nur Freiheitsstrafen, sondern auch nachhaltige Rufschädigung. Der Vortrag beleuchtet die Entstehung und Durchführung dieser Prozesse, ihre propagandistische Instrumentalisierung sowie ihre Folgen für die Betroffenen und ihre Gemeinden.
Thomas Breuer ist Mitarbeiter am Institut für Theologie an der PH Ludwigsburg.
Eintritt frei
Eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung "gefährdet leben - Queere Menschen in Deutschland 1933 - 1945"
In Kooperation mit der PH Ludwigsburg