16.04.2026 19:30 Uhr
hybrid-Vortrag von Prof. Dr. Joachim Kremer, Stuttgart
Der Bauernkrieg war im 20. Jahrhundert nicht vergessen. Nach den historischen Bühnenstücken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, den ideologischen Vereinnahmungen in der NS-Zeit und auch in der DDR, brauchte die Zuwendung zum Bauernkrieg in der Bundesrepublik nach 1968 einer besonderen Legitimation. Theaterstücke wie Yaak Karsunkes „Bauernoper“ (1973) und Martin Walsers „Sauspiel“ (1976) stellen Dokumente der Auseinandersetzung mit dem Thema dar. Dabei fiel die Premiere der „Bauernoper“ der Badischen Landesbühne 1977 mit hochbrisanten politische und gesellschaftlichen Entwicklungen zusammen: mit einem Wertewandel, den sogen. Neuen sozialen Bewegungen und auch dem RAF-Terrorismus. Auch die Proteste gegen das Atomkraftwerk in Wyhl und die geplante Daimler Benz-Teststrecke in Boxberg nahmen Bezug auf den Bauernkrieg, der auf die Gegenwart bezogen werden konnte.
Referent
Joachim Kremer promovierte nach einem Studium der Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie 1993 an der Universität zu Kiel. Er arbeitete von 1995-2000 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, wo er sich im Jahre 2001 habilitierte. Von 2021 bis 2025 war er Professor für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Stuttgart. Seine Forschungen widmen sich oft der sozialen Dimension von Musik, z.B. der religiösen, politischen und nationalen Belegung von Musik, dazu in besonderem Maße auch der regionalen Musikgeschichte des deutschen Südwestens.
Informationen
Der Vortrag findet hybrid statt, d.h. mit Teilnahme im Archiv sowie der Möglichkeit der online-Teilnahme (Anmeldelink zur Online-Teilnahme rechts oben im gelben Feld).
Eintritt: frei
Veranstalter: Archivverbund Main–Tauber in Verbindung mit dem Historischen Verein Wertheim, der VHS Wertheim und dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung, Außenstelle Bronnbach, mit IZKK.
Weitere Informationen erhalten sie beim
Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach 19
D–97877 Wertheim
Telefon: 09342/91592–0
Telefax: 09342/91592–30
E–Mail: stawertheim@la-bw.de