Feierabendführung durch die Doppelausstellung zum KZ-Komplex Natzweiler

Termin

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09.04.2026 19:00 Uhr

Am Donnerstag, den 09. April um 19:00 Uhr bieten wir eine Spätführung durch die Doppelausstellung zum KZ-Komplex Natzweiler. Die Ausstellung wird noch bis zum 13. April 2026 in GBZA Kornwestheim gezeigt.

In der Spätphase des Zweiten Weltkriegs begannen sich die großen Konzentrationslager der Nationalsozialisten in multilokale Lagerkomplexe zu transformieren. An zahlreichen peripheren Standorten entstanden neue Außenlager, deren Insassen zumeist zur Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion herangezogen wurden.

Ab Mai 1941 entstand im Elsass das Konzentrationslager Natzweiler. Ursprünglich für die Gewinnung von rotem Granit durch Zwangsarbeit errichtet, verlagerte sich der Schwerpunkt später auf die Rüstungsproduktion. Es entwickelte sich ein weitreichendes Netzwerk mit mehr als 50 Außenstellen im Elsass, im Moselgebiet und im heutigen Baden-Württemberg. Während das Stammlager bereits im September 1944 aufgrund des Alliiertenvormarsches geräumt wurde, blieb das Netz der Außenlager auf der rechtsrheinischen Seite unter einer nach Neckarelz, Stuttgart und schließlich Dürmentingen verlagerten Verwaltung bis in den April 1945 bestehen. Bis April 1945 mussten die politischen Häftlinge, Kriegsgefangene, Juden, Sinti, Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und andere den Terror in den Außenlagern ertragen. Viele erlebten die Freiheit nicht mehr.

Die Doppelausstellung beleuchtet die komplexen Abläufe der Lagerauflösungen und die Schicksale der betroffenen Personengruppen:

Freiheit – so nah, so fern. Das doppelte Ende des Konzentrationslager Natzweiler : Diese deutsch-französische Ausstellung thematisiert die Phase zwischen der Räumung des Stammlagers im September 1944 und dem Fortbestand der Außenlager bis April 1945. Sie zeigt die Wege der Häftlinge sowie die Verwaltungsstrukturen, die bis in die letzten Kriegstage aufrechterhalten wurden. Sie erzählt die Geschichte des quälenden doppelten Endes des KZs auf beiden Seiten des Rheins und die Geschichte der Menschen darin.

Den materiellen Überresten aus den zahlreichen baden-württembergischen Außenlagern, widmet sich die Ausstellung Das KZ vor der Haustür vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg. Bei den gezeigten Exponaten handelt es sich um Fundstücke, die während der Arbeiten an den KZ-Standorten geborgen wurden. Sie dienen als Impulsgeber, um sich gedanklich mit Themen wie Gewalt und Überwachung, Vernichtung durch Arbeit und Mangelernährung sowie mit den Ursachen und Tatsachen des KZ-Terrors auseinanderzusetzen.