09.07.2026 18:00 Uhr
Vortrag von Erika Raupp, Enkelin von Erwin Sammet, einem kaum bekannten Kämpfer für die Republik
Erwin Sammet war einer der aktiven Demokraten in der Weimarer Republik, der von den Nationalsozialisten am 16. Mai 1933 mit Ludwig Marum auf der demütigenden Schaufahrt durch die Karlsruher Innenstadt in das Konzentrationslager Kislau gebracht wurde. Die Feindschaft der Nationalsozialisten hatte er sich als regionaler Führer des "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold" zugezogen, das 1924 von den demokratischen Parteien zum Schutz der Republik gegründet worden war. Heute ist er fast vergessen.
Der am 7. Januar 1887 in Philippsburg geborene Erwin Sammet war 1908 der Sozialdemokratischen Partei beigetreten. Bekannt wurde er als aktives Mitglied des Reichsbanners, in dem er seit der Gründung der Karlsruher Ortsgruppe engagiert war. Er war Abteilungsführer in Karlsruhe und Bezirksführer für einen Bezirk, dem 22 Ortsgruppen im Raum zwischen Bruchsal und Offenburg angehörten.
"Den Nationalsozialisten traten die Reichsbannerleute unter Sammets Führung in der Endphase der Weimarer Republik entschieden in zahlreichen handgreiflichen Auseinandersetzungen entgegen – der Kampf um die Straße wurde auch in Karlsruhe geführt." (Ernst-Otto Bräunche)
Erika Raupp, geb. 1939, hat ihren Großvater noch erlebt und kann aus ihrer persönlichen Sicht diesen Kämpfer für die Demokratie vorstellen. Dabei werden private Dokumente und Quellen aus dem Generallandesarchiv Karlsruhe einbezogen.
Ziel des Forums Ludwig Marum ist es, auch die sechs anderen mit Ludwig Marum bei der Schaufahrt 1933 öffentlich gedemütigten Kämpfer für die Weimarer Republik in Erinnerung zu behalten. Erwin Sammet war einer davon.