06.08.2026 18:00 Uhr
Vortrag von Dr. Rainer Brüning, Generallandesarchiv Karlsruhe
Die von seinem Neffen Jakob Oeri im Jahr 1905 herausgegebenen sogenannten "Weltgeschichtlichen Betrachtungen" machten den Basler Historiker Jacob Burckhardt (1818-1897) nach seinem Tod berühmt: Seine Reflexionen über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Staat, Religion und Kultur eröffneten neue Forschungsperspektiven. Seine Analyse der geschichtlichen Krisen und seine Einordnung der großen historischen Persönlichkeiten setzten Maßstäbe. Individuellen Trost spendete schließlich das bekenntnishafte Kapitel über Glück und Unglück in der Weltgeschichte. Sein freier und unabhängiger Geist, der sich nicht in die Denkschablonen seiner Epoche einordnen lassen wollte, erscheint heute wieder aktuell.
Dr. Rainer Brüning ist Stellvertretender Archivleiter im Generallandesarchiv Karlsruhe und Kurator der aktuellen Ausstellung Die Kunst des Sehens über Jacob Burckhardt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und des langen 19. Jahrhunderts. Mit Leben und Werk des berühmten Basler Gelehrten beschäftigt er sich seit seinem Studium an der Universität Hamburg und seiner Lehrtätigkeit an der Universität Göttingen.
Vor dem Vortrag findet um 17:00 Uhr eine Kuratorenführung mit Dr. Rainer Brüning durch die Ausstellung "Die Kunst des Sehens. Jacob Burckhardts Gutachten für die Karlsruher Gemälde-Galerie von 1880/81" statt. Die Präsentation ist bis zum 16. August im GLA zu sehen.