02.10.2026 18:00 Uhr
Im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie lädt das Generallandesarchiv Karlsruhe am 2. Oktober 2026 von 18 bis 20 Uhr zu zwei Veranstaltungen ein: „Streifzüge durch die badische Demokratiegeschichte“ und „Tatort NS-Justiz - Warum Demokratie einen Rechtsstaat braucht“. Der Eintritt ist frei.
Streifzüge durch die badische Demokratiegeschichte
Vorlage: GLA Karlsruhe J-S Karikaturen 223
Die Streifzüge durch die badische Demokratiegeschichte finden im Rahmen der landesweiten Aktion "Lange Nacht der Demokratie Baden-Württemberg" am 2. Oktober 2026 um 18 Uhr im Generallandesarchiv Karlsruhe statt. Dabei nimmt Dr. Peter Exner die Besucherinnen und Besucher mit auf dem Weg Badens zur Demokratie. Anhand von Originalen und in dialogischer Struktur zeichnet er die Entwicklung der politischen Mitbestimmung, die Frage der Staatsform in Gestalt einer Allein- oder Volksherrschaft sowie die Durchsetzung universaler Menschen- und Freiheitsrechte in Baden und Deutschland nach.
Die Streifzüge schlagen einen spannenden Bogen von der Französischen Revolution 1789 bis zum Grundgesetz 1949. Stationen auf diesem Weg sind die frühkonstitutionelle Verfassung des Großherzogtums Baden von 1818, die erste deutsche demokratische Konstitution 1849 und die republikanische Konstitution des Freistaats Baden von 1919. Sie arbeiten so die Eigenheiten und Besonderheit in der demokratie- und verfassungsgeschichtlichen Entwicklung in Baden heraus. Die Streifzüge erläutern den badischen Weg zur Demokratie auch durch einen biografischen und regionalen Zugriff aus. Sie rücken zentrale Orte der Demokratiegeschichte ins Bewusstsein und lassen Zeitzeugen zu Wort kommen, die das historische Ereignis schildern oder kommentieren.
Die Streifzüge durch die badische Demokratiegeschichte finden im Rahmen der "Langen Nacht der Demokratie Baden-Württemberg" statt. Wie im Generallandesarchiv Karlsruhe diskutieren Bürgerinnen und Bürger landesweit an mehreren Dutzenden Bildungs- und Kultureinrichtungen in der Nacht auf den Tag der Deutschen Einheit in vielfältigen Formaten über unser freiheitliches Gemeinwesen. Ziel der Streifzüge im Generallandesarchiv ist, mit den Besucherinnen und Besuchern dialogisch ins Gespräch kommen – "auf Augenhöhe, im Austausch und in der Auseinandersetzung mit unserer Demokratie".
Tatort NS-Justiz - Warum Demokratie einen Rechtsstaat braucht
Foto: Diana Kail
Was geschieht, wenn nicht nur Einzelne Verbrechen begehen, sondern die Justiz selbst zum Instrument staatlichen Unrechts wird? Zwischen 1933 und 1945 stellten Staatsanwälte und Richter an den nationalsozialistischen Sondergerichten die Justiz in den Dienst des Regimes, verfolgten politische Gegnerinnen und Gegner und trugen zur Unterdrückung der Bevölkerung bei. Eines dieser Gerichte hatte seinen Sitz in Mannheim. Seine Akten lagern heute im Generallandesarchiv in Karlsruhe.
Bei der Langen Nacht der Demokratie können Sie selbst in die Akten der NS-Strafjustiz schauen. In dieser verkürzten Variante des Tagesworkshops "Justiz und Nationalsozialismus" lernen Sie mit Historikerin Diana Kail zunächst die moderne deutsche Justizgeschichte in interaktiven Übungen kennen. Anschließend untersuchen Sie anhand ausgewählter Dokumente zwei Fälle des Sondergerichts Mannheim: ein Verfahren wegen einer sogenannten "heimtückischen Äußerung" und die Verfolgung eines Menschen als "Volksschädling". Zum Abschluss kommen wir gemeinsam darüber ins Gespräch, was Rechtsstaatlichkeit ausmacht und welche Bedeutung sie für die Demokratie besitzt.
Eine Anmeldung per E-Mail ist erwünscht, Sie können aber auch spontan vorbeikommen!