16.10.2026 18:00 Uhr
Filmpremiere und Gesprächsrunde 30 Jahre nach dem Brandanschlag
In der Nacht zum 16. Oktober 1996 starben Fethiye und Alahattin Yilmaz sowie Hüseyin Evcim bei einem Brandanschlag auf das Hinterhaus der Markgrafenstraße 41 in Karlsruhe. Die Tat ist bis heute unaufgeklärt. 1999 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Zurück blieb eine Familie, die seit drei Jahrzehnten mit dem Verlust leben muss – und mit dem Schweigen, das darauf folgte.
Auf den Tag genau dreißig Jahre danach lädt die Dokumentationsstelle Rechtsextremismus im Generallandesarchiv Karlsruhe zur Premiere des Dokumentarfilms Markgrafenstraße 41 – Das Feuer, das immer noch brennt ein. Der Film zeichnet die Geschichte der Familie Yilmaz über drei Generationen nach und fragt, wie ein nie aufgeklärtes Verbrechen in einer Familie fortwirkt: Söhne, Töchter und Enkelinnen, die den Anschlag nicht vergessen können und dennoch entschlossen sind, in Karlsruhe frei von Vorurteilen und Hass zu leben. Ihnen gilt an diesem Abend unsere Solidarität.
Am Ort des Anschlags befindet sich heute ein Neubau. Im Januar 2026 übergaben dort Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup und der türkische Generalkonsul Mahmut Niyazi Sezgin im Beisein von Angehörigen der Getöteten eine Gedenkstele der Öffentlichkeit. Damit tat die Stadt Karlsruhe einen wichtigen Schritt des Erinnerns und setzte ein Zeichen gegen rassistische Gewalt.
Der Dokumentarfilm ist mehr als Erinnerung. Er ist eine Einladung an die Gesellschaft, innezuhalten und Haltung zu zeigen. Der Filmpremiere schließt sich ein Podiumsgespräch an mit Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Landtagsvizepräsidentin Muhterem Aras MdL, Dr. Darius Muschiol (Dokumentationsstelle Rechtsextremismus) und dem Filmemacher Walter L. Brähler. Angefragt ist auch die türkische Generalkonsulin Ülker Ercetin.
Wir bitten um Anmeldung bis 9. Oktober 2026 an die Mail-Adresse dokumentationsstelle@la-bw.de.
Der Veranstalter macht von seinem Hausrecht Gebrauch. Personen, die durch rassistische Äußerungen oder Störungen auffallen, werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.