Fortsetzung des Podcast "Sprechende Akten. NS-Opfer und ihr Ringen um Entschädigung"
Die vor vier Jahren vom Landesarchiv Baden-Württemberg ins Leben gerufene Podcastreihe „Sprechende Akten“ geht in die nächste Runde. Auch die zweite Staffel widmet sich in fünf Episoden den unterschiedlichen Schicksalen von NS-Verfolgten, die nach Kriegsende den mühevollen Weg beschritten, „Wiedergutmachung“ beim Deutschen Staat für ihr erlittenes Leid zu beantragen. Die erste Episode der zweiten Staffel wurde am Freitag, 27. Februar 2026, veröffentlicht. Gefördert wird der Podcast vom Bundesministerium der Finanzen. Umgesetzt von der Berliner Agentur WE ARE PRODUCERS. STORIES IN AUDIO in Zusammenarbeit mit POOL ARTISTS.
Angehörige eines Attentäters, die nach Sippenhaft kaum mehr auf die Beine kommen; eine Jüdin, die mehrere KZs überlebt und ihr Leben lang unter den Folgen leidet; ein Damenimitator, dessen Lebenswandel nicht zur Ideologie der Nationalsozialisten passt; drei Geschwister, die nach der Verfolgung mit dem Nachkriegsdeutschland abrechnen; und ein junger Kommunist im Untergrund, der den Kampf gegen den Antifaschismus niemals aufgibt.
"Sprechende Akten. NS-Opfer und ihr Ringen um Entschädigung" zeichnet exemplarisch Biografien von Menschen nach, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden und nach dem Krieg Gerechtigkeit suchten. Ihre Schicksale sind paradigmatisch für über zwei Millionen Fälle bundesweit. Ihre und andere Verfahren sind auch in den über 120.000 Akten des Landesamts für Wiedergutmachung Baden-Württemberg im Landesarchiv zu finden. Der Podcast zeigt auf, welche Geschichten sich hinter den bürokratischen Entschädigungsverfahren verbergen und wie chaotisch die gesetzlichen Regelungen teilweise waren.
Der Podcast ist Teil eines groß angelegten Vorhabens des Bundesfinanzministeriums, die Geschichte der Wiedergutmachung in Deutschland als wesentlichen Aspekt der deutschen Nachkriegs- und Demokratiegeschichte sichtbar, erforschbar und begreifbar zu machen. Das in über sieben Jahrzehnten bundesweit entstandene Dokumentenerbe ist eine der wichtigsten Quellen für die Aufarbeitung von Schicksalen der Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Die Akten werden über die kommenden Jahre digitalisiert und sukzessive im Themenportal Wiedergutmachung für Nachkommen und Forschende bereitgestellt. Das Landesarchiv Baden-Württemberg ist als wichtiger Kooperationspartner am Aufbau des Themenportals beteiligt.
Episode 1: Maria und Karl Hirth. Verhängnisvolle Familienbande