Nachrichten
08.06.2026

Referendarinnen und Referendare starten Ausbildung zum höheren Archivdienst

Referendarinnen und Referendare 2026
Die neuen Referendarinnen und Referendare

Seit dem 1. Mai 2026 durchläuft ein neuer Jahrgang von acht Referendarinnen und Referendaren die Ausbildung für den höheren Archivdienst im Landesarchiv Baden-Württemberg. Die Ausbildung ist in drei Abschnitte gegliedert. Zunächst werden in einem berufspraktischen Teil acht Monate lang Einblicke in die Vielfalt der Aufgabenbereiche an der Dienststelle im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und den Nachbarstandorten vermittelt. Daran schließt sich für zwölf Monate ein theoretischer Teil an der Archivschule Marburg (Hochschule für Archivwissenschaften) an. Nach der Abfassung einer wissenschaftlichen Transferarbeit wird im Frühjahr 2028 die Staatsprüfung abgenommen.

Die berufspraktischen Studien am Hauptstaatsarchiv Stuttgart von Mai bis Dezember 2026 sind inhaltlich breit gefächert. Neben der Mitarbeit an spezifischen Fachaufgaben in den einzelnen Referaten erwerben die Referendarinnen und Referendare archivisches Fachwissen im Rahmen von Vorträgen und Unterrichtseinheiten, zum Beispiel zu Paläographie (Handschriftenkunde) oder Heraldik (Wappenkunde). Weitere Schwerpunkte sind die Überlieferungsbildung, die Bestandserhaltung, die archivische Verwaltung und das Archivrecht. Darüber hinaus werden Exkursionen zu den übrigen Standorten des Landesarchivs und weiteren öffentlichen und privaten Archiven durchgeführt. Durch Praktika an nicht-staatlichen Archiven sowie in verschiedenen Ministerien und Landesbehörden werden Einblicke in die vielfältige Behördenlandschaft Baden-Württembergs gewährt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung liegt im informationstechnologischen Bereich. Losgelöst vom „verstaubten“ Bild des Archivars, der sich im dunklen Magazinkeller zwischen Aktenbergen vergräbt, sind Fragen der Digitalisierung und Datenverarbeitung heute für den Berufszweig zentraler denn je. Gerade die digitale Überlieferungsbildung inkl. Webarchivierung, die Anreicherung von Archivbeständen mit offenen Norm- und Metadaten sowie diverse digitale Angebote für Archivnutzerinnen und -nutzer werden gespannt verfolgt und diskutiert. Zukunftsweisend ist daneben die Künstliche Intelligenz, mit der Anwendungen wie Chatbots und automatische Handschriftenerkennung Eingang ins Archiv finden. Dank der Hilfsbereitschaft bewährter Archivarinnen und Archivare aus staatlichen und nicht-staatlichen Archiven können die Referendarinnen und Referendare von deren Erfahrungsschatz profitieren und gleichzeitig an der Weiterentwicklung unterschiedlichster Lösungsansätze mitarbeiten, um das Archivwesen für die digitale Zukunft zu wappnen. Zukunftsweisend ist daneben die Künstliche Intelligenz, mit der Anwendungen wie Chatbots und automatische Handschriftenerkennung Eingang ins Archiv finden. Gleichzeitig gilt es aber auch, historische Überlieferung und demokratisches Handeln in Zeiten von Fake News und KI-Halluzinationen zu bewahren und für die breite Öffentlichkeit nachvollziehbar und zugänglich zu machen.

Die Referendarinnen und Referendare eint ein Hochschulabschluss in den Geschichtswissenschaften, innerhalb derer sie sich auf unterschiedliche Schwerpunkte spezialisiert haben. Alle haben eine Dissertation begonnen, einige bereits abgeschlossen. Dabei erstrecken sich die fachlichen Schwerpunkte von der Mediävistik bis zur Zeitgeschichte. Über Domvikare, Priester, Regentinnen und Grafen bis hin zu weiblichen Landtagsabgeordneten, kolonialen Arbeiterinnen und Arbeiter, Reiseberichten und City Branding wurde ein breites Spektrum an Themen bearbeitet. Nicht nur die Herkunft der Referendarinnen und Referendare reicht über Baden-Württemberg hinaus, sondern auch die Dissertationsprojekte waren und sind neben den Universitäten Freiburg und Tübingen an den Universitäten Augsburg, Kassel, Köln, Mainz und Wien angesiedelt.

Vielen Dank an die neuen Referendarinnen und Referendare für die Erstellung dieses Artikels und herzlich willkommen!